Mit ihrer lückenlosen Bilderhängungen ist die Sammlung in Mosigkau eine der letzten barocken Galerien. Bewundern Sie die Gemälde der flämischen und holländischen Meister des 17. Jahrhunderts gemeinsam mit dem Kastellan und entdecken Sie die schönsten Details.

Oranienbaum beeindruckt als einzigartiges barockes Gesamtenemble aus Schloss, Schlosspark und Stadt. Charakteristisch ist der symmetrisch angelegte Grundriss der Stadt, welcher wiederum ein spiegelbildliches Pendant zur Schloss-und Parkanlage bildet.

Die Hochzeit des Fürsten Johann Georg II. von Anhalt-Dessau mit Henriette Catharina von Oranien-Nassau im Jahr 1659 sollte für den wüst liegenden, slawischen Ort Nischwitz einen entscheidenden Wendepunkt bringen.

Ab 1683 ließ sich die aus den Niederlanden stammenden Fürstin hier eine großzügige Schlossanlage zunächst als Sommerresidenz errichten und ab 1693 als Witwensitz ausbauen und gab dem Ort in Anlehnung an ihre Herkunft den Namen Oranienbaum. Aufgrund vielfältiger Aktivitäten des Fürstenpaares gelangte der Ort zu wirtschaftlicher und kutureller Blüte. Noch heute zeugen elegante Fabrikantenvillen, Ackerbürgerhöfe, Tabakfabriken und das im Original erhaltene barocke Ensemble aus Schloss, Schlosspark und Stadt von Oranienbaums 350-jährigen beeindruckenden Geschichte.

Der Wörlitzer Park bildet den Auftakt und den ästhetischen Höhepunkt eines einmaligen Programms zur Landesverschönerung und Lebensverbesserung, das Fürst Franz in seinem Ländchen erreichen wollte. Der Park gilt als Inbegriff der Aufklärung in Deutschland. Vorbildhaft ist auch die mit der Gestaltung verbundene Bildungsabsicht des Fürsten – Hauptgrund dafür, die Anlagen von Beginn an für jeden zu öffnen.

Gartenbilder und Architekturen, darunter ein Brückenbauprogramm, laden bis heute zu einer Welt- und Zeitreise en miniature ein. So wird mit den siebzehn schönen Wasserquerungen beispielsweise die Geschichte dieser Ingenieurskunst erzählt. Ob aus Holz, Stein oder Metall, ob hängend, schwimmend oder fest gebaut: Erleben Sie eine Demonstration der Brückenbaukunst von der Urform, der Furt, bis zur damals neusten Errungenschaft der industriellen Revolution – der eisernen Brücke (Iron Bridge in Westengland).

„Hätte ich Erdmannsdorff nicht zur Seite gehabt, der mich immer wieder ermunterte und anfrischte, (…), so würde ich vieles gar nicht begonnen, anderes liegen gelassen haben. (…), ihm verdankt das Land die Ausführung und Vollendung meist alles dessen, was da ist und den Leuten Freude macht.“ So äußerte sich Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau über seinen Architekten, Berater und Freund Friedrich Wilhelm Freiherr von Erdmannsdorff. Er war ein deutscher Architekt und Architekturtheoretiker in der Zeit der Aufklärung, dem eine künstlerische Karriere keineswegs vorbestimmt war. Doch den Fürsten und Erdmannsdorff verband von Anfang an eine ähnliche Wesensart, welche zu besonderem Erfolg führte. Im Wörlitzer Park und in der Stadt Wörlitz befinden sich viele von Erdmannsdorff geplanten Gebäude, die zum UNESCO-Welterbe gehören – z. B. das Schloss Wörlitz, das Gotische Haus und das Rathaus. Wandeln Sie auf den Spuren des bedeutendsten Vertreters des deutschen Frühklassizismus.

Fast 60 Jahre lang regierte Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau (1740–1817). Während seiner Regentschaft gelangen ihm zahlreiche Reformen, Lebensverbesserungsmaßnahmen und Landesverschönerungen. So führte er unter anderem ab 1765 in Wörlitz Hausnummern ein, was in unserer Gegend damals unbekannt war. Die historische Nummerierung ist bis heute im alten Stadtgebiet erhalten geblieben. Die Nr. 1 trägt das Haus gegenüber der Kirche St. Petri in der Kirchgasse. Auf einem Spaziergang entlang des Denkmalpfades in Wörlitz erfahren Sie Wissenswertes und auch Amüsantes zur Stadtgeschichte, zur Landwirtschaft, zur touristischen Entwicklung, zum Handwerk, zum religiösen Leben und zu den wichtigsten historischen Gebäuden in der Stadt.