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Jahrestagung der Dessau-Wörlitz-Kommission

Jagd, Fürstenherrschaft und aufgeklärte Öffentlichkeit

Die Jagd war in der Frühen Neuzeit ein Standesvorrecht des Adels. Für die meisten Adligen war sie wesentlicher Bestandteil ihres Lebensstils, eine mitunter täglich ausgeübte Praxis und zugleich
ein Mittel zur Repräsentation von Status und Herrschaft. Als kollektives Betätigungsfeld des Hofes prägte die Jagd, die eine Vielzahl an Bedienten, Experten, aber auch erhebliche Teile der Untertanen einband und beschäftigte, den höfischen Alltag sowie die Lebenswelt zahlreicher Amtsträger, Bediensteter und Untertanen wie wenige andere Aktivitäten. Dies galt auch für den Fürsten Franz von Anhalt-Dessau und seinen Hof. Allerdings war die Jagdpraxis des Adels und der Fürsten im ausgehenden 18. Jahrhundert in die Kritik geraten – zum einen wegen der Schäden,
die sie insbesondere auf landwirtschaftlichen Flächen hervorrief, zum anderen, weil Zweifel an deren Nützlichkeit und Sinnhaftigkeit zunehmend laut geäußert wurden. Die wachsende Bedeutung der politischen Öffentlichkeit führte auch und gerade auf dem Feld der adligen Jagd im Zeit alter der Aufklärung zu Anpassungen und Veränderungen.
Entsprechend soll auf der Jahrestagung der Dessau-Wörlitz-Kommission das Thema der Jagd als Bestandteil adelig-fürstlicher Lebensführung ebenso wie der Herrschaftsrepräsentation in der
Zeit der Aufklärung vergleichend und interdisziplinär diskutiert werden.

Vier Aspekte stehen im Zentrum:
1. die Praxis der Jagd und deren Organisation im Kontext höfischer Strukturen
2. die Debatte über die Jagd zwischen Gelehrsamkeit und politischer Öffentlichkeit
3. die soziale und politische Bedeutung der Jagd im Sinne von Vergemeinschaftungsprozessen des Herrschers mit seinem persönlichen Umfeld
4. die Jagd im Zusammenhang mit Fürstenherrschaft und Herrschaftsrepräsentation.

Das Beispiel des Fürsten Franz von Anhalt-Dessau wird dabei ebenso thematisiert wie andere
Reichsfürsten und Territorien des Alten Reiches.

Die Teilnahme an der Tagung ist dank freundlicher Unterstützung inkl. der Kaffeepausen in diesem Jahr frei.
Bitte erleichtern Sie uns jedoch die Organisation, indem Sie sich bis zum 1. September 2026
unter Angabe Ihres vollständigen Namens und der Tage, an denen Sie teilnehmen werden, per E-Mail unter izea@izea.uni-halle.de anmelden.
Fragen können gerne an Dr. Andrea Thiele, Geschäftsführung der Dessau-Wörlitz-Kommission, gerichtet werden: andrea.thiele@izea.uni-halle.de

Datum

03. - 05.09.2026

Uhrzeit

ganztägig

Ort

Historischer Gasthof "Zum Eichenkranz"
Angergasse 104, 06785 Oranienbaum-Wörlitz, OT Stadt Wörlitz
Kategorie

Organisator

Interdisziplinäres Zentrum für Erforschung der Europäischen Aufklärung (IZEA)
E-Mail
izea@izea.uni-halle.de

Weitere Organisatoren

Kulturstiftung Dessau-Wörlitz
Telefon
+49 (0) 340 646 150
E-Mail
service@gartenreich.de
Website
http://www.gartenreich.de
Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt